Schritt 1 – Der Anfang der Bauarbeiten

Angefangen wurde mit dem Mittelteil, der im Sketchupmodell rot eingerahmt ist. Das aus mehreren Gründen. Zum einen haben die Billy Aufsatzregale keinen eigenen Boden und zum anderen müssen an die Bodenplatte als solche besondere Anforderungen hinsichtlich der Statik gestellt werden. Zudem ist die frei schwebende Reihe der aneinandergereihten Aufsatzregale ein zentrales Element der Gesamtkonstruktion, da es am Stück am Boden angefertigt wird und dann auf die beiden äußerem Billy-Regale aufgesetzt wird. Dies war aus meiner Sicht eine gute konstruktive Lösung.

Zunächst musste eine geeignete, stabile Grundplatte gefunden werden, da die Durchbiegung ohne seitliche Auflager viel größer ist als ohne. Die Bodenplatte auf den Korpus der normalen Billy-Regale aufzusetzen kam nicht in Frage, da dies die Optik beeinträchtigt hätte.

Die Bodenplatte der frei schwebenden Aufsatzregale ist im späteren Betrieb großen Kräften ausgesetzt. Man kann mit einer hypothetischen Gesamtlast von etwa 110 kg rechnen (5 kg pro Buchreihe, 4 kg Eigengewicht des Aufsatzregals und 2 kg Eigengewicht der Türe, also 11kg x 10). Handelsübliche Spanplatten in 16, 19 oder 22mm würden sich bei dieser Belastung stark durchbiegen. Meine Wahl fiel auf eine 30mm Multiplexplatte (Birke). Zusätzlich wird diese Platte an drei Punkten mit stabilen Aufhängern nach der Gesamtmontage der Regalwand im Mauerwerk der Hausinnenwand aufgehängt.

Nach dem Zusammenbau der einzelnen Aufsatzregale wurden diese untereinander mit M6 Möbelverbindern verschraubt. Es wurden je Seite vier Möbelverbinder gesetzt. Diese sind mehr als ausreichend um die Kräfte aufzunehmen. Das Problem bei dem Aufsatzregal ist aber eher, dass es an sich nicht besonders stabil ist. Die Rückwand kann als tragfähiges Teil nicht berücksichtigt werden, da diese nicht mal direkt an der Bodenplatte aufliegt. Sie ist quasi nur eine Blende – auf den Bildern ist der kleine Spalt zum Boden zu sehen. Die größten Kräfte wirken auf den jeweiligen äußeren Aufsatzregalen der frei schwebenden Reihe (frei tragend ist die Reihe tatsächlich nicht, da sie in einer späteren Bauphase an drei Punkten im Mauerwerk aufgehängt wird). Aber auch dies ist bei entsprechender Ausführung kein Problem.

Die Multiplexplatte (beidseitig mit weißer Beschichtung) musste zunächst noch mit einer weißen Kante versehen werden. Dazu werden Kantenumleimer, ein Bügeleisen und scharfe Cutter benötigt.

Danach wurde die Platte lose angelegt, um zu sehen ob alles passt. Hier sieht man, dass auf beiden Seiten jeweils ein Element ohne Bodenplatte ist, da ja der Korpusdeckel des linken und rechten Regals als Boden dienen. Die Regalböden wurden nur temporär lose eingelegt um die Aufsatzregale auszusteifen und für die Montage der Grundplatte maßhaltiger zu machen.

Die Platte wurde schließlich mit den Aufsatzregalen verleimt und verschraubt. Die Schraubenreihe konnte nur da angebracht werden, wo später Abdeckprofile/Zierprofile angebracht werden. Wichtig: Die Mutliplexplatte muss an den Stellen an denen die Schrauben sitzen mit geringem Bohrdurchmesser vorgebohrt und schließlich müssen die Löcher auf den Schraubenkopfdurchmesser gesenkt werden.

Um die ganze Sache noch stabilder zu machen ist die Querverleimung (90° zur Längsachse der Platte) sehr empfehlenswert.

Zum ankleben und anschrauben der Bodenplatte wurden die zwei Aufsatzregale ohne Bodenplatte wieder abgenommen, wie auf dem letzten Bild zu sehen ist.

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